Die häufigste Anfrage, die wir bekommen, klingt etwa so: „Wir bräuchten mal ein neues Logo, das alte passt nicht mehr.” Wir nehmen uns dann Zeit für ein Gespräch, und in den meisten Fällen stellt sich heraus, dass es gar nicht ums Logo geht.
Das Logo ist der sichtbarste Teil deiner Marke. Wenn dich an deinem Auftritt etwas stört, schaust du als Erstes dorthin. Das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, kommt aber selten vom Logo selbst. Es kommt von einer Diskrepanz zwischen dem, was du anbietest, und dem, wie es nach außen wirkt.
Du hast dich weiterentwickelt. Deine Preise sind gestiegen. Deine Kund:innen sind anspruchsvoller geworden. Der Auftritt aber ist auf dem Stand von vor fünf Jahren. Du spürst die Lücke zwischen dem, was du leistest, und dem, was deine Außenwirkung verspricht. Diese Lücke schließt kein Logo.
Eine Marke ist ein Zusammenspiel. Branding, Website, Social Media, Newsletter, Angebotsunterlagen, jeder Touchpoint, an dem ein Mensch deinem Unternehmen begegnet. Diese Punkte arbeiten entweder füreinander oder gegeneinander. Es gibt keinen Mittelweg.
Ein neues Logo auf einer Website, die seit Jahren niemand überarbeitet hat, wirkt wie ein neuer Anstrich auf einer Fassade mit Rissen. Aus der Nähe sieht man die Risse trotzdem. Ein hochwertiges Branding, das in einem unsicheren Social-Media-Auftritt verpufft, kostet Geld ohne Wirkung. Ads, die auf eine Website mit alter Bildsprache linken, verbrennen Budget. Jeder dieser Brüche kostet dich Vertrauen, und Vertrauen ist die Grundlage für Anfragen zu deinem Preisniveau.
Es gibt Fälle, in denen ein neues Logo die richtige Antwort ist. Etwa wenn deine Bildmarke aus einer Vorlage stammt, die du am Anfang schnell brauchtest, und du heute klar weißt, wofür du stehst. Oder wenn dein Unternehmen sich strategisch neu ausrichtet und das alte Logo eine Geschichte erzählt, die nicht mehr stimmt. In diesen Fällen ist das Logo ein Symptom für eine Veränderung, die ohnehin gerade passiert.
Selbst dann arbeiten wir nie nur am Logo. Wir setzen das neue Zeichen in einen Rahmen aus Farben, Schrift, Bildsprache und Tonalität. Wir prüfen, ob die Website dieses Zeichen tragen kann. Wir schauen uns an, wie es im Social Feed wirken wird. Erst dann ist das Logo ein Werkzeug und keine Dekoration.
Bevor du Geld für ein neues Logo ausgibst, frage dich: Was möchte ich an meinem Markenauftritt verändern, und woran merke ich, dass die Veränderung gewirkt hat? Wenn die Antwort lautet „mehr Anfragen”, „Kunden mit höherem Budget” oder „weniger Erklärungsbedarf in Verkaufsgesprächen”, dann ist ein Logo eine sehr indirekte Antwort.
Eine ehrliche Bestandsaufnahme bringt dich weiter. Wo passt deine Außenwirkung nicht mehr zu deinem Anspruch? An welchem Touchpoint fällt das auf? Was würde sich ändern, wenn diese Lücke geschlossen wäre? Aus diesen Antworten ergibt sich der nächste Schritt. Manchmal ist es ein neues Logo. Häufiger ist es etwas Größeres und gleichzeitig etwas, das sich am Ende deutlich mehr auszahlt.